Die Plastische Chirurgie ist ein spezialisierter Zweig der Chirurgie, der ursprünglich im Rahmen der allgemeinen Chirurgie praktiziert und gelehrt wurde und heute ein eigenständiges Fachgebiet geworden ist. Die Plastische Chirurgie befasst sich mit der Wiederherstellung von Form und Funktion zerstörter Körpergewebe. So genügt es beispielsweise nicht, einen durch Unfall abgetrennten Muskel wieder anzunähen, sondern es wird angestrebt auch seine Funktion wiederherzustellen. Dazu gehört vor allem auch die Rekonstruktion von zerstörten Nerven, ohne die sich ein Muskel nicht bewegen kann. Die Operationstechnik zeichnet sich durch besonders schonendes und blutarmes Operieren aus und ist nicht auf eine Körperregion begrenzt.
Die Plastische Chirurgie gliedert sich in folgende 4 Bereiche:
Verbrennungschirurgie
Schwere Verbrennungen stellen eine lebensbedrohliche Erkrankung dar und erfordern eine intensivmedizinische Behandlung, die nur in spezialisierten Zentren durchgeführt werden kann. Je nach Ausmaß der Verbrennung bilden sich Narbenstränge, die zur Bewegungseinschränkung der betroffenen Gliedmaßen führen. Neben der Therapie mit physikalischen Mitteln (Kompressionsbehandlung) sind meistens mehrere Operationen erforderlich, bei denen durch Verlagerung oder Verschiebung von Muskeln, Sehnen und Haut versucht wird, die Beweglichkeit im Rahmen des Möglichen wieder herzustellen.
Handchirurgie
Die Handchirurgie befasst sich ausschließlich mit Erkrankungen der Hand. Wegen der besonderen Bedeutung dieser Teildisziplin ist die Handchirurgie gesondert dargestellt.
Rekonstruktive Chirurgie
Die rekonstruktive Chirurgie ist im wahrsten Sinne des Wortes Wiederherstellungschirurgie. Sie ist naturgemäß nicht auf die Wiederherstellung nach Verbrennungen beschränkt, sondern umfasst ebenso die Behandlung chronischer Wunden und die Behandlung von Gewebszerstörungen durch Unfall oder Tumoroperationen. Eine durch eine Tumoroperation zerstörte Brust kann beispielsweise durch Verpflanzung von eigenem Gewebe von einer anderen Körperstelle wiederhergestellt werden. Dabei wird das zu transplantierende Gewebe mitsamt seiner Gefäßversorgung entnommen und an anderer Stelle eingepflanzt. Die Transplantation körpereigenen Gewebes beschränkt sich nicht auf die Haut, sondern umfasst auch Muskulatur, Bindegewebe und in unserer Einrichtung vor allem auch Nerven.
Die Chirurgie peripherer Nerven ist gesondert auf der Seite Mikrochirurgie dargestellt.
Ästhetische Chirurgie
Die ästhetische Chirurgie entwickelte sich folgerichtig als Teilgebiet der Plastischen Chirurgie, weil man bestrebt war, nicht nur die Funktion beschädigter Gliedmaßen wiederherzustellen, sondern auch ein nach ästhetischen Gesichtspunkten zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Im Falle einer durch ein Tumorleiden zerstörten weiblichen Brust und der damit verbundenen psychischen Belastungen steht die Wiederherstellung der natürlichen Körperform im Vordergrund der Bemühungen.
Die ästhetische Chirurgie umfasst daneben die Korrektur der Augenlider, Korrekturen der Nasenform, Korrektur von abstehenden Ohren, Brustkorrekturen, Fettabsaugung und Facelift.